Chronik der Feuerwehr Hohenkirchen

Man schrieb den 7. Mai 1923, als sich verantwortungsbewußte Bürger auf freiwilliger Basis zur Freiwilligen Feuerwehr Hohenkirchen zusammentaten, um eigennützig Leben sowie Hab und Gut der Mitbürger bei Bränden und anderen Gefahren zu schützen. Im gleichen Geist erfüllen auch heute die Männer und Frauen dieser Ortswehr ihre Aufgabe. Freiwillig haben sie sich, wie vor 80 Jahren, in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.

Es war am 1. Mai 1923, als sich 20 Hohenkirchener Bürger verpflichteten, eine Feuerwehr zu gründen. Die eigentliche Gründungsversammlung fand dann am Montag, 07 Mai 1923, im Lokal von Caspar Müller, dem damaligen Besitzer des heute nicht mehr existierenden Gasthofes "Zum Hackepeter" in Hohenkirchen statt. Es erfolgt die Bekanntgabe der Satzungen und der Dienstanweisungen, sowie Wahlen. Die Wehrmänner wählten aus ihrer Mitte Max Groß zum Spritzenmeister und Heinrich Langmack zum Schriftführer. Von der damaligen Turnerwehr, die damals bereits bestand, übernahm die Feuerwehr Hohenkirchen einen Teil der vorhandenen Ausrüstungsgegenstände.

Ein modern eingerichtetes Feuerwehrgerätehaus mit Trockenturm zur Aufnahme von zwei größeren Geräten wurde gebaut und die Ausrüstungsgegenstände wurden vervollständigt. Um die Schlagfertigkeit der Wehr zu erhöhen, wurde 1924 zur Beförderung der Feuerwehrkameraden und der Spritze ein motorbetriebenes Fahrzeug beschafft. Eine Hauptfeuermeldestelle, die Tag und Nacht erreichbar war, wurde beim damaligen Kaufmann Langmack eingerichtet. Der Wehr gehörten im Jahre 1924 bereits 26 Kameraden an. An Geräten stand der Hohenkirchener Wehr eine Motorspritze mit 800 Liter Minutenleistung zur Verfügung.

Bei einem Großbrand in Jever am 04 Mai 1928 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hohenkirchen ein besonderes Lob ausgesprochen. Im Tatergang in Jever war ein Haus in Brand geraten. Der Wehr aus Jever gelang es nicht, ein Übergreifen des Feuers auf nebenstehende Gebäude zu verhindern. Bis auf die Grundmauern brannten am Tatergang drei Wohnhäuser und der am Ende der Kaakstraße stehende "Hof von Wangerland" ab. Die Wehrmänner aus Hohenkirchen wurden im Gegensatz zu den Kameraden aus Jever öffentlich gelobt: "Wie eine tadellos arbeitende Freiwillige Feuerwehr aussieht, das haben die Hohenkirchener gezeigt, die mit unglaublicher Schnelligkeit - trotz der weiten Entfernung - auf der Brandstelle erschienen.

Das zehnjährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hohenkirchen wurde in Verbindung mit dem 6. Bezirkstag der Freiwilligen Feuerwehr Hohenkirchen des Jeverlandes in Hohenkirchen gefeiert. Die Festveranstaltungen begannen mit einem Kommers im damaligen Gasthof Bruns. Mit der Bildung der Großgemeinde Wangerland im Jahre 1934 wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Wangerland gegründet, ein ähnlicher Zusammenschluß wie heute. Als Gemeindebrandmeister fungierte damals der Hohenkirchener Spritzenmeister Max Groß. Ortsbrandmeister wurde Heinrich Langmack.

Im zweiten Weltkrieg gab es zahlreiche Einsätze der Hohenkirchenere Wehr, die bis nach Oldenburg und Bremen führten. Die Einsatzbescheinigung zeigen, daß die Feuerwehrmänner oft tagelang unterwegs waren, um Großbrände zu bekämpfen, zumal die Bombardierung durch die Alliierten gegen Ende des Krieges immer stärker wurde. Eine Fahrt von Hohenkirchen nach Bremen dauerte immerhin rund 4 Stunden.

In der Freiwilligen Feuerwehr Hohenkirchen herrscht stets gute Kameradschaft. Die personellte Besetzung ist durchgehend als gut darzustellen. Immer wieder fanden sich Bürger, die als neue Mitglieder in die Wehr eintraten, um den Brandschutz sicherzustellen. Zahlreiche Brände wurden in den vergangen 8 Jahrzehnten gelöscht. Ebenso gab es Einsätze bei sonstigen Katastrophen, wie z.B. bei der Sturmflut am 16/17 Februar 1962. Am 11 September 1963 musste ein Großbrand in Wollhuse bekämpft werden, als das Wirtschaftsgebäude des damaligen Landwirtes gerd Haschen abbrante. Am 20 Oktober 1971 musste die Hohenkirchener Wehr nach Bassens ausrücken, um den Großbrand des Wirtschaftsgebäudes des verstorbenen Landwirts Fritz Ortgies zu bekämpfen. Im November 1969 übergab der damalige Bürgermeister Ernst Ortgies der Wehr Hohenkirchen ein neues Feuerwehrfahrzeug. Gleichzeitig wurde das aus dem Jahre 1943 stammende Fahrzeug außer Dienst gestellt. Ein weiteres Feuerwehrfahrzeug erhielt die Wehr dann im April 1975. Es handelte sich um ein Tanklöschfahrzeug TLF 8/24:

tl_files/Gallery/historische-fahrzeuge/302890_392050430869948_653949077_n.jpg

Im Jahre 1984 erfolgte der Um- und Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Jeverschen Straße. Während sich im Obergeschoß ein Versammlungsraum und die sanitären Einrichtungen befinden, stehen im Erdgeschoß vier Stellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung.

Groß war die Freude, als die Ortswehr Hohenkirchen im Jahre 1996 ein Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 TS erhielt. Es ist optimal mit Einsatzgeräten für Hilfeleistung ausgestattet und verfügt ferner über einen Wassertank (1200 Liter) und einer leistungsstarken Pumpe. Immer morderner werdende Geräte und Fahrzeuge erleichtern dem Feuerwehrmann zwar seine Arbeit, doch der überdurchschnittliche persönliche Einsatz ist nach wie vor der wichtigste Bestandteil jeder erfolgreichen Brandbekämpfung. Das Fahrzeug ersetzte das alte LF8 Schwer und den RW1 auf Unimog Basis.

tl_files/Gallery/historische-fahrzeuge/69401_392050454203279_816988378_n.jpg

Nachwuchssorgen kennt die Ortswehr nicht, zumal sich in der Jugendfeuerwehr die Jugendfeuerwehrleute mit Elan angagieren. So sind viele nach ihrer Ausbildung in die Hauptwehr übernommen worden. Seit 1998 leitet Holger Leichter die JFW und setzt damit die fast 16 Jahre dauernde, sehr erfolgreiche Arbeit von Diedrich Weers fort.

Quelle: Chronik 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hohenkirchen

Ab dem Jahr 2000:

2002 übergab der amtierende Ortsbrandmeister Hermann Meyer das Amt an seinen Stellvertreter Martin Ullrichs. Meyer hatte über 16 Jahre sehr erfolgreich die Geschicke der Wehr bestimmt und wurde deshalb zum Ehrenortsbrandmeister ernannt. In diesem Jahr half die Wehr auch erstmalig beim Elbehochwasser im Amt Neuhaus aus.

Seit dem Jahr 2003 verfügt die Wehr über eine eigene Internetseite. Die seitdem von Eike Eilers aufgebaut und betreut wird.

Im Jahr 2006 machten sich erneut Kameraden zusammen mit der Kreisbereitschaft auf dem Weg zum Elbehochwasser. Diesmal war der Ort "Alt Garge" das Ziel.

Seit dem 03.11.2009 leitet Eike Eilers als Ortsbrandmeister die Wehr Hohenkirchen. Martin Ulrichs hatte sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Eilers wurde mit 31 Ja Stimmen und einer Enthaltung gewählt und wurde mit 26 Jahren jüngster amtierender Ortsbrandmeister im Landkreis Friesland.

2010 wurde durch die Wehr die Abnahme der Leistungsspange der JFW organisiert und durchgeführt. 24 Gruppen trafen sich dazu im Mai auf dem Sportplatz an der Oberschule. Im Juni fand zusätzlich der Bundeswettkampf des Landkreises Friesland bei uns statt.

Im Jahre 2010 wurde am 28. Oktober auch der Förderverein der Feuerwehr Hohenkirchen e.V. gegründet. Eike Eilers hatte bereits seit Jahren die Gründung befürwortet, dies war jedoch vom Ortskommando bisher zurückgestellt worden. Gründungsmitglieder sind: "Heinz Arians, Sigfried Bleek, Hermann Meyer, Tim Peters, Günter Rahmann, Eike Janßen, Carsten Rohlfs, Holger Leichter, Matthias Oletti und Eike Eilers.". Kamerad und Mitglied "Dieter Herren" konnte bereits nach einigen Wochen einen Großteil der Gewerbetreibenden aus Hohenkirchen als Mitglieder gewinnen. Erster Vorsitzende des Vereins waren Henning Gerdes und Thomas Lange (Stv.).

Ebenfalls wurde im Jahr 2010 die Gefahrgutgruppe Nord des Wangerlandes aufgebaut. Maßgeblich dafür verantwortlich zeigte sich Eike Janßen, der als Gruppenführer die Ausbildung der Kameraden übernahm. Zum 01.01.2011 konnte sich die Gruppe einsatzbereit melden.

2011 begann auch das "digitale Zeitalter 2.0". Es wurde für die Öffentlichkeitsarbeit u.a. eine Facebook Seite und eine Youtube Präsenz aufgebaut. Zusätzlich war die Feuerwehr Hohenkirchen Mitausrichter von "Feuerwehr bewegt". An dieser Radtour durch das Wangerland nahmen mehr als 1000 Feuerwehrleute teil.

2012 fand erneut der Bundeswettkampf, jedoch der Jugendfeuerwehren Weser-Ems, in Hohenkirchen statt. Mehr als 450 Jugendliche und Ihre Betreuer waren der Einladung gefolgt.

Im Jahr 2012 erhielt die Feuerwehr dann, als Ersatz für das TLF 8/24 (1975), ein neues Tanklöschfahrzeug 20/35. Dies jedoch mit einer Gruppenkabine und der Beladung eines LF, wonach es auch als LF20 geführt werden könnte. Der große Wassertank mit 3700 Litern und der Dachmonitor (Wasserwerfer) machen dieses Fahrzeug zu einem schlagkräften Werkzeug der Wehr. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über Ausstattung für Gefahrgutunfälle:

Die digitale Alarmierung funktioniert seit Oktober 2012 für die Kameradinnen und Kameraden. Der Landkreis konnte die neuen Funkmeldeempfänger an die Feuerwehr ausgeben. Diese zeigen nun über ein Display die Einsatzmeldung und den -ort an.

Ein neuer (gebrauchter) ELW wurde 2013 angeschafft (Ford Transit). Den Ausbau des Fahrzeugs übernahm die Firma Warnken aus Bockhorn. Das Feuerwehrhaus erhielt einen neuen Anstrich der Fahrzeughalle und der Ausbildungsraum einen neuen Fußboden. Auch wurden die Wände des Treppenhaus nach einem Wasserschaden neu tapeziert. Ebenfalls 2013 rückten die Kameraden erneut zum Elbehochwasser, diesmal nach Neu Darachau / Schutschur aus.

2014 wurde vom "Eigenbetrieb Wangermeer" ein Rettungsboot an die Feuerwehr Hohenkirchen übergeben. Das Boot vom Typ "Pioner 13" ist nach Fertiggstellung des Wangermeers für Rettungseinsätze notwendig.

Ende 2014 wurde die Feuerwehr Hohenkirchen, aufgrund Ihrer Leistungen beim Großbrand in Landeswarfen, für den Conrad Dietrich Magirus Preis nominiert. In Ulm erlangt die Wehr dann den hervorragenden dritten Platz in der Kategorie Brandbekämpfung national.

Das Feuerwehrhaus wurde im Jahr 2015 um ein großes Carport erweitert. Viel Arbeitsleistung und auch Material wurde von örtlichen Betrieben gespendet, um eine möglichst kostengünstige Erweiterung zu ermöglichen. Der Anbau hat Abmessungen von ca. 11 x 5 Meter und beinhaltet neben einem Lager weitere Stellmöglichkeiten. Ende des Jahres erfolgte die Umrüstung der Funkgeräte auf Digitalfunk (Tetra). Die Freiwillige Feuerwehr Wangerland war dabei die erste Wehr im Landkreis Friesland, die flächendeckend mit der neuen Technik ausgestattet war.

Im Jahr 2016 wurde OrtsBM Eike Eilers von den Kameradinnen und Kameraden der Wehr einstimmig für eine weitere Amtszeit von 6 Jahren vorgeschlagen und vom Rat bestätigt. Anfang 2017 erhielt die Wehr dann ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), einen Renault Trafic Baujahr 2009. Dieser löste den VW T3 "Bulli" ab. Das gebrauchte Fahrzeug wurde einem lokalen Fuhrunternehmen abgekauft, foliert und umgebaut. Der Landkreis Friesland erhielt einen neuen SW2000, der bei der FTZ in Jever stationiert ist. Diese wird jedoch von den Kameraden der Wehr Hohenkirchen im Einsatzfall besetzt und bedient. Drei starke Sturmtiefs hielten die Wehren zum Ende des Jahres dann mit vielen Einsätzen auf Trab.