Folgen des Moorbrandes - Feuerwehr erhält Löschpanzer

01.04.2019 07:13 von Eike Eilers

Heute wurde nun offiziell vom Land Niedersachsen, vertreten durch den Landesinnenminister Boris Pistorius, die Bestätigung übergeben, dass ein Spezialfahrzeug bei der Feuerwehr Hohenkirchen stationiert wird. Im Rahmen des Moorbrandes 2018 in Meppen kam Kritik von Seiten der Feuerwehren auf. "Das Land verlässt sich bei überregionalen Einsätzen und Großschadenslagen fast ausschließlich auf die Fahrzeuge der Kommunen, gibt bei der Beschaffung dieser aber keine Zuschüsse." sagte Eike Eilers, Ortsbrandmeister aus Hohenkirchen und Gemeindebrandmeister der Gemeinde Wangerland. Dieser Vorwurf kam von mehreren Wehren des Landes und hat scheinbar für ein Umdenken im Parlament gesorgt. In den letzten Monaten wurden nun aktiv an der Neuausrichtung der Kreisfeuerwehrbereitschaften in Niedersachsen gearbeitet. Zukünftig wird ein Großteil des Materials und der Fahrzeuge nun vom Land gestellt. Komplette Löschzüge in Form von Einsatzleitwagen, Schlauchwagen und Löschgruppenfahrzeugen sollen in den kommenden Jahren in der Fläche stationiert werden. Auf die Gemeinden und Landkreise kommen dabei keine Kosten zu.

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Im Rahmen einer ersten Ausstattungswelle erhält die Feuerwehr Hohenkirchen nun einen Löschpanzer vom Typ „Marder“. Das Fahrzeug war früher bei der Bundeswehr im Einsatz, wurde dann aber 2012 umgerüstet und bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Celle stationiert. Dort war früher ein ehemaliges Panzerbataillon der britischen Arme untergebracht. Ideale Voraussetzungen für die zehn umgebauten Fahrzeuge. Der Panzer besitzt 600 PS und kann bis zu 20 Personen u.a. für Rettungen aufnehmen. „Immerhin war das Fahrzeug mal als Truppentransporter im Gelände unterwegs“ berichtete Bürgermeister Björn Mühlena. Bis zu 7.500 Liter Wasser kann das Fahrzeug transportieren und auch in unwegsamen Gelände eingesetzt werden. Ein Räumschild hilft bei der schnellen Beseitigung von Hindernissen. Was das Fahrzeug kann wurde nun bei der Vorführung am Deich in Schillig präsentiert. Vor der Eröffnung des Campingplatzes, am 01.04.2019, ein ideales Gelände für Testfahrten, welches die Wangerland Touristik GmbH gern zur Verfügung stellte.

Der Panzer wird aber nicht nur in der Fläche zum Einsatz gerufen, sondern auch bei Wald- und Vegetationsbränden. Speziell der heiße Sommer 2018 hat hier die Anforderungen an die Löschgeräte der Feuerwehr verändert. "Der Moorbrand sorgte dann für einen Beschleuniger, das Fahrzeug sollte frühestens 2020 ausgegeben werden" berichtet Kreisbrandmeister Gerhard Zunken. Insgesamt drei Fahrzeuge werden im Bereich der ostfriesischen Halbinsel 2019 ausgeliefert, das aus Hohenkirchen ist nun das Erste. Weitere folgen bei den Feuerwehren Lohne (Grafschaft Bentheim) und der Feuerwehr Altmoorhausen (Hude). Das Feuerwehrhaus in Hohenkirchen wird zeitnah bautechnisch angepasst. Der Schlauchwagen wird bei der FTZ in Jever stationiert, damit der neue Löschpanzer untergestellt werden kann.

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